Sind wir Unfug-befugt?
Liebe:r Lesende:r,
während diese Zeilen über deinen Bildschirm flackern, scannt unser Advanced-9D-KI-Chip deine Augenbewegungen. Hörst du es? Jetzt müsste unser Algorithmus erkannt haben, dass du angefangen hast zu lesen und unsere Erleichterungs-Seufzer abspielen.
Ach, du hörst gar nichts? Das war auch nur Unfug. Der Chip war gelogen, aber unser Aufatmen ist echt.
Nach zwei gedruckten Ausgaben haben wir bilanziert, groß geträumt und fleißig geplant. Am Ende dieses Weges steht nun die erste Ausgabe unseres neuen Online-Magazins. Juhuuuu!
Wenn ihr mehr zum Prozess von analog zu digital lesen wollt, schaut gern hier vorbei:

Unser Fokusthema „Unfug“ ist vielschichtig.
Obwohl ich damit zuerst Streiche und Unbeschwertheit verbunden hatte, wurde mir beim Brainstorming schnell klar, dass das Wort oft negativ verwendet wird.
Der Duden definiert Unfug als „ungehöriges, andere belästigendes, störendes Benehmen, Treiben, durch das oft auch ein Schaden entsteht“.
Was im deutschen Gesetz heute „Belästigung der Allgemeinheit“ ist, hieß früher „grober Unfug“.
Unfug treiben bedeutet also auch, sich geltenden Normen nicht zu fügen.
Was aber, wenn es nicht mit Fug und Recht zugeht? Wenn die Welt aus den Fugen geraten scheint? Sind wir dann Unfug-befugt?
Ich würde sogar behaupten: wir sind zum Unfug verpflichtet.
Als störend, un(zu)gehörig, gar schadhaft wahrgenommen zu werden, gehörte früher wie heute zum Alltag vieler queerer Menschen.
In der heteronormativen Mehrheitsgesellschaft untertauchen zu können, also nur in ausgewählten Räumen als nicht-zugehörig erkannt zu werden, ist das Privileg derer, die äußerlich am besten hineinpassen. Weiß. Nicht behindert. Augenscheinlich binären Geschlechts, … Die Liste ist lang.
Alle anderen können sich keine „Auszeit“ nehmen vom gesellschaftlichen Klima, in dem queere Existenz wieder zunehmend als Unfug verspottet oder als Gefahr markiert wird.
Deshalb gilt: Queeres Leben ist Unfug, ist Widerstand! Im ganz Kleinen und im Großen.

Trotz der langen Publikationspause, die das Magazin gemacht hat, haben sich bei unserem Unfug – Call for Entries viele Menschen mit wirklich tollen Ideen & Werken gemeldet. Eure Kreativität hat uns umgehauen und darin bestärkt, dass es einen Wunsch und Bedarf nach einem digitalen Queerdinx gibt.
Die von uns ausgewählten Beiträge geben einen Einblick, wie queerer Unfug aussehen kann.
Stöbere durch Kurzgeschichte und Zine und lies übers Nicht-tun und Aktivismus im Kleinen.
Vielleicht fühlst du dich danach vom Unfug inspiriert?
Dann kannst du bis zum 20.09.2026 das Cover der Unfug Ausgabe mitgestalten!
Wir haben die Collage schon begonnen:

Füg gern hinzu, was dich zum Unfug inspiriert: Memes, Zitate, Bilder – all das darf mit auf das Unfug Cover-Board. Natürlich gelten die selben Regeln wie im Magazin: nichts diskriminierendes, nichts beleidigendes – du weißt schon.
Hier mitgestalten!
Wir freuen uns außerdem über dein Feedback zur Ausgabe per Email an feedback@queerdinx.de oder über Instagram.
Wenn du unsere Arbeit finanziell unterstützen möchtest, sind wir schweinemäßig glücklich, wenn du bei unserem Patreon vorbeischaust.
Im Sinne des Unfugs entscheide ich mich ganz widerständig gegen einen eleganteren Schluss!
So nämlich.

Mit unfugigem, queerem Gruß
Mika aus der Queerdinx-Redaktion
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